Im Kloster Kaltenborn brütete eine weiße Gans 12 goldene Eier. Das Tier durfte außer den Klosterbrüdern niemand sehen, kriegte es ein Laie zu Gesicht, musste das Kloster untergehen. Darum wachte Tag und Nacht ein Mönch vor dem Nest. Eines Tages kamen drei adelige Schwestern vor das Tor geritten und begehrten Einlass. Da alle Brüder fort waren, öffnete der Wächter. Gleich fingen die drei an: „ Lass uns die Gans sehen! “ Der Wächter lehnte ab, aber die drei bettelten und schmeichelten, da gab der Wächter nach und er zeigte das Wunder. Die Damen schworen es nicht zu verraten. Ein Jahr verging, nichts passierte. Täglich und stündlich ging der Bruder Wächter zur Gans. Tier und Eier blieben unverändert. Aber eines Morgens quälte ihn ein schwerer Traum. Gleich nach dem Erwachen ging er zum Nest. Die Gans war fort. Eine schwarze Katze kroch ihm zwischen die Beine und die Eier waren schwarz. In Angst nahm er seinen Stab und verließ das Kloster. Wie war es gekommen , dass erst nach einem Jahr der Fluch wirken würde? Die jüngste Grafentochter hatte an diesem Tag ihren Eid gebrochen und ihrem Vater über das Wunder erzählt. Der wusste was nun kommen würde. Voll Grauen stürzte er sich von den Zinnen seiner Burg. Seine 3 Töchter gebaren kein Leben und verwelkten. Das Kloster verfiel. In seinen Trümmern haust eine schwarze Katze.

 Goldene Gänse und Enten, goldene Eier sind Schutzgeister, lebend in das Gemäuer gebracht, sind sie in der Vorstellung des Volkes gülden geworden.

Die Geschichte vom Räuberhauptmann Baltharsar Hake

Im Jahre 1199, so erzählt die Legende, sollen zwei junge Burschen durch den Harz gewandert sein, um ihr Glück zu finden. In einem Wald, nicht weit von Hettstedt, wurden sie von Wegelagerern überfallen. Einer wurde mit dem Pfeil an der Schulter verletzt. Bevor Schlimmeres passieren konnte, vertrieb der andere die Bösewichte beherzt mit seinem Knotenstock und verband die Wunde des Kameraden. Bei einem Köhler, der mit seiner Familie in der Nähe wohnte, fanden die Wandernden freundliche Aufnahme. Bis der Verletzte genesen war, revanchierte sich der andere bei dem Köhler für die Gastfreundschaft, indem er ihm bei der Arbeit zur Hand ging. Dabei stieß er in einem abgebrannten Kohlenmeiler auf einmal auf einen unglaublichen Fund. Er zweifelte nicht, dass es sich bei diesem glitzernden Gesteinsbrocken genau darum handelte, wonach er mit seinem Gefährten gesucht hatte - Kupferschiefer -. Der erstaunte Köhler hatte keine Ahnung von der Schätzen, die ihn schon lange umgaben und berichtete dem Fremden, dass er so etwas immer finde, wenn er einen Baum fällt. Um ganz sicher zu sein, wurde das gefundene Erzstück untersucht. Es war tatsächlich Kupfer. Wieder gesund, stand bald der zweite junge Bergmann seinem Kumpel zur Seite, der schon damit begonnen hatte, einen Schacht zu graben. Der Kupferschieferbergbau im Mansfelder Land war geboren und lieferte reiche Ausbeute für lange Zeit. Ob es sich bei dem Dargestellten tatsächlich um die Begründer des Mansfelder Kupferschieferbergbaus handelt, darüber mögen die Gelehrten streiten.

N+N           Nappian und Neucke

  Konsolfiguren der Kapelle bei Welfesholz (gestiftet 1289)

 

   Die Erzählung von "Nappian" und "Neucke"

Sagen, Sitten und Gebräuche

Die Sage von den goldenen Eiern

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(im Volksmund auch “Balsternack” genannt)

Im Dreißigjährigen Kriege stand die Gegend zwischen Riestedt und Annarode wegen der Wegelagerer und Klopffechter im üblen Rufe; man nannte die Straße Klopfgasse. In ihrer Nähe sieht man unter einer hohen Eiche eine ziemlich verschüttete Höhle, Balthasar Hakes Grube genannt. Damit hat es folgende Bewandtnis: Ein verwahrloster Knabe zu Riestedt, der immer schon seine Mutter und seinen Lehrer geärgert hatte, verschwand eines schönen Tages aus seinem Orte. Nun waren schon früher auf der Klopfgasse oftmals Wanderer ausgeraubt worden. Jetzt aber wurden die Überfälle häufiger, und die Diebstähle in der Umgebung nahmen zu. Man fürchtete, eine ganze Räuberbande müsse hier hausen, konnte sie jedoch nicht entdecken. Da bemerkte eines Morgens ein Riestedter in der Klopfgasse einen Männerhut. Als er ihn aufheben wollte, sprangen zwei Männer herbei, banden ihn und führten ihn in ihre Höhle. Dort hielt der Hauptmann der Bande schon das Schwert entblößt. Als ihm der Gefangene ins Gesicht blickte, erkannte er seinen ehemaligen Schulkameraden  Balthasar Hake, von dem man nichts mehr gesehen und gehört hatte, seitdem er als Knabe verschwunden war. Er erinnerte ihn an die Jugendspiele und bat um sein Leben. Das rührte den Räuber; er ließ ihn einen Eid schwören, nichts zu verraten, und jagte ihn dann nach Hause. Von der Zeit an war das Wesen jenes Mannes vollständig geändert, und jeder sah es ihm an, dass er ein Geheimnis bei sich trug; aber auf Fragen blieb er stumm. Da ward er einmal ernstlich krank und verlangte nach dem Trost des Geistlichen. Als dieser kam, redete er ihm ins Gewissen, konnte aber nichts erfahren. Da ermahnte ihn der Geistliche, es wenigstens Gott anzuvertrauen, wenn er es Menschen nicht verraten wollte. Das tat der sterbende Mann, und so erfuhr es der Pastor. Er machte der Obrigkeit Anzeige, und die Räuber wurden in ihrer Höhle mit ihrem Führer Balthasar Hake mit brennendem Schwefel erstickt.

 

Der Mansfelder Chronist Cyriacus Spangenberg schreibt zu Beginn des Mansfelder Bergbau

“Anno 1200. Umb diese Zeit / hat sich das Bergwerck in der Graffeschafft Mansfeld / nicht weit von Heckstedt angefangen / Da zwene Berghewer / deren einer Necke oder Neucke / Der ander Napian mit Zunamen geheißen / Die ersten Schieffern gelanget / und als dieselben in der Proba recht gefunden worden / ir vermögen / und was sie gehabt / daran gewand / und also das Bergwerck zu bawen angefangen / und weil es gut Kupffer geben hat / ist derselbige ort der Kupfferberg genand worden / und hat bis auff diesen tag den Namen behalten / Und ist mueglich / das der Graffe und Herr von Arnstein / als er davon auch reiche Außbeute zu gewarten gehabt / dazumal das Schloß Heckstedt an der Wipper gebawet habe / und als der Berg in schwang kommen ist / und gewaltig gebawet / auch von Bergleuten ein Zulauff worden / das darüber auch Heckstedt zu einem Stedtlin worden / und danach von tag zu tag mehr und mehr zugenommen hab.“

 

Wie der Name „Mansfelder–Land„ entstand !

Die Sage berichtet, dass einst Kaiser Heinrich sein Hoflager auf der Burg bei Wallhausen in der Goldenen Aue abhielt. Einer seiner Mannen hatte sich um ihn sehr verdient gemacht und durfte sich eine Gnade ausbitten. Da bat er um ein Stück Feld zu Eigentum in der Größe, wie er es mit einem Scheffel Gerste umsäen könne. Der Kaiser bewilligte dem Ritter diese Bitte, und der säte sorgfältig Körnchen um Körnchen. Als er fertig war, hatte er ein sehr großes Gebiet umsät. Das erweckte den Neid der übrigen Hofleute, und sie versuchten den Kaiser gegen den Ritter zu stimmen. Doch Heinrich lachte und meinte: "Gesagt ist gesagt. Das ist des Manns Feld!" Damit hatte er dem Land einen Namen verliehen, und der neue Besitzer konnte sich nun Graf von Mansfeld nennen. In das Wappen wurden die Gerstenkörner (dargestellt durch die Rauten bzw. Wecken im Schild) mit aufgenommen.

 

Die Sage von der Schlossfrau in Schobesdorf

(wüstes Dorf bei Riestedt)

Geht man von Riestedt kommend die Kloppgasse hinauf und biegt auf der Höhe rechts ab, so liegt im Wald die wüste Kirche. Das ist die Stätte des ehemaligen Dorfes Schobesdorf oder Schobesfeld. Als das Dorf noch stand, erhob sich bei demselben auch ein prächtiges Schloss. Aber seine Besitzer starben aus und zuletzt gebot eine alte Frau ohne leiblichen Nachkommen darin als Herrin. Wiewohl ihr Reichtum unermesslich war, so gab sie doch gar keine oder nur spärliche Almosen. Einst sprach ein kranker, hungriger Bettler sie um eine Gabe an, aber die Herrin des Schlosses wies ihn ab und forderte ihn auf, sofort den Hof zu verlassen. Der Bettler zögerte zu gehen: Da gebot sie den Knechten, die Hunde auf ihn zu hetzen. Eilig ergriff der Bettler die Flucht, aber im Weggehen rief er ergrimmt: „So wollte ich doch, dass du in Ewigkeit deine Geldsäcke bewachen müsstest!“ – Sein Wort ging in Erfüllung. Als sie gestorben war, vermochte ihr Geist nicht, sich von ihnen zu trennen. Auch jetzt noch, obwohl Schloss und Dorf schon lange in Schutt und Asche gesunken sind, ist sie an die Stätte gebannt, wo ihre Schätze lagern.

Jede Mitternacht geht sie mit ihrem Schlüsselbunde und sieht nach ihren Geldsäcken. Aber nur alle fünfundzwanzig Jahre darf sie solchen erscheinen, die um Mitternacht zufällig vorübergehen und nur derjenige kann sie aus dem Banne erlösen und Herr ihrer Schätze werden, der ohne Grauen eine Kröte, eine Schlange und einen Hund zu küssen sich getraut.

 

Schatzgräber im Kloster Kaltenborn

Zwischen Blankenheim und Emseloh begegnete einst ein alter Mann einem Fuhrwerke und bat den Knecht, ihn eine Strecke weit mitzunehmen, was dieser auch bereitwillig tat. Als nun der Alte in der Gegend von Emseloh den Wagen wieder verließ, sagte er dem Knecht, er könne ihm kein Trinkgeld geben, werde ihn aber auf andere Weise entschädigen. Er solle nur um die 12. Nachtstunde nach den Trümmern des Klosters Kaltenborn gehen, wo ihm ein brennend Lichtlein erscheinen werde. Wenn er da nachgrabe, werde er einen Schatz finden. Nun saß auch ein Bergmann mit auf dem Wagen. Der hatte alles mit angehört und stieg bald danach unter einem Vorwand vom Wagen. Schnell begab er sich nach dem Kloster, sah das Licht und fand auch beim Nachgraben den Schatz. Als er ihn aber ergreifen wollte, biß ihm ein schwarzer Hund die fünf Finger der rechten Hand ab, und er mußte unverrichteter Dinge wieder abziehen. Als bald danach auch der Fuhrmann kam, konnte dieser den Schatz heben.

 

Die Beichte im Kaltenborner Klostergarten

Eigentümliche Dinge spielen sich in stürmischen Nächten im Klostergarten von Kaltenborn ab, wo nicht selten ein blaues Flämmchen vor den Wanderer auftaucht, das ihn näher und näher zieht, ob er will oder nicht, so daß er Zeuge von Dingen wird, die dort vorgehen. Ein Geschwisterpaar hatte vor langer Zeit miteinander Sünde getan. Der Bruder ging aus Reue als Mönch in das Kaltenborner Kloster und flehte alltäglich Gott um Vergebung. Aber Friede hat er trotzdem nicht gefunden. Als Geist muß er Nacht für Nacht mit seiner Schwester Buße tun. Als blaue Flamme kommt diese an sein Grab, um ihn zur Buße zu rufen, worauf er seufzend erscheint. Dann erscheint ein Knäblein, daß den Mönch auffordert, worauf er niederkniet und seine Sünde beichtet. Hat er seine Schuld vollbracht, so erlischt die blaue Flamme, das Knäblein weist weinend zum Himmel und alles verschwindet. Nun kann auch der Wanderer weiterziehen. Nicht eher können die Schuldbeladenen erlöst werden, als bis ein frommes Paar sich unter dem Segen Gottes zusammengeben läßt und ein Jahr beisammenwohnt, ohne sich zu berühren. Erscheinen sie dann in Kaltenborn, so sind die Geschwister erlöst, dem Ehepaar aber winken große Schätze, die im Klostergarten vergraben sind.